Herbert Martin Paufler

Foto (c) Zauberarchiv Jens-Uwe Günzel
Herbert Martin Paufler wurde am 23. November 1908 in Dresden geboren und ist seiner Wahlheimat stets treu geblieben. Dort starb er auch im Alter von 89 Jahren, am 10. Januar 1997. Er war Leiter des Ortszirkels Dresden, leitete sieben Jahre lang die Geschicke der Zeitschrift „ZAUBERKUNST“ und verfasste ungezählte Beiträge in Zauberzeitschriften. Von Beruf war er Oberingenieur. Er war der Geschichte seiner Heimatstadt Dresden sehr verbunden, recherchierte zu Joseph Fröhlich und kümmerte sich mit Zirkelfreunden um das Grab von Bartolomeo Bosco. Herbert Martin Paufler hat Spuren hinterlassen – nicht nur in der Zauberkunst!
Die Anfangsjahre
Im Jahr 1932 wurde er Mitglied in der Zaubervereinigung „MAJA“. Drei Jahre später der „Magischen Freunde Dresden“. Im Jahr 1938 erfolgte die Aufnahme in den „Magischen Zirkel von Deutschland“. Am 2. Mai des Jahres gestaltete er die 1. Sondernummer Dresden der Zeitschrift MAGIE, am 5. August wurde er stellvertretender Leiter der Gruppe Dresden des MZvD und am 22. Dezember wurde er zum Leiter gewählt. Beim Kongress in Frankfurt am Main zeigte er 1939 seinen funkgesteuerten Totenkopf, zur damaligen Zeit war dies eine Sensation. Im Jahr 1942 wurde ihm die „Kalanag Ehrenmedaille“ verliehen und diese Ehrung war Herbert Paufler sehr wichtig, wie er in einem Interview zu seinem 85. Geburtstag einmal andeutete.
Die Nachkriegszeit
Herbert Martin Paufler berichtet über seine Zeit nach dem 2. Weltkrieg und vermittelt dem Leser, wie es ihm und anderen in dieser Zeit ergangen war. Er schreibt, dass er den Krieg von Anfang an bis zum Ende mitmachen musste. Er merkt weiter an, dass viele in dieser Zeit leiden mussten, für ihn die Zauberkunst aber immer eine „beste Freundin“ war. In fast jeder Lage, ob im Lazarett, im Feld oder in der Gefangenschaft, half sie, Nöte und Sorgen für eine kurze Zeit vergessen zu machen. Nach dem Krieg galt es nach vorne zu schauen und vieles wieder aufzubauen. Zauberkollegen wie Dr. Teumer, Helmut Schreiber, Erich Kluge, Alois Kassner, Hans Tosari und viele andere mehr, unterstützten sich gegenseitig. Paufler schreibt, dass es sich lohnt, für diese Kunst zu leben.
Viele Berufszauberer hatten im Krieg alles verloren und man war bemüht, ihnen wieder auf die Beine zu helfen. Paufler und Herzmann, hier meint er sicherlich Paul Herzmann, räumten ihre Zauberschränke, um die Berufler mit Apparaten zu versorgen. Sogar mit den Brettern der Schränke wurden Apparate gebaut. Zu dieser Zeit lief in Dresden das „Hexerprogramm“. Paufler und sechs weitere Kollegen waren bei weit mehr als 200 Aufführungen im Einsatz, auch hier mussten neue Zauberrequisiten konstruiert und gebaut werden. Über 70 dieser Geräte wurden in dieser Zeit von Herbert Martin Paufler in der MAGIE beschrieben. Hier merkt Paufler an, dass er mit seinen Ideen nie „hinter dem Berg gehalten hat“, er stehe auf dem Standpunkt, dass man aus der MAGIE nicht nur nehmen dürfe, sondern auch geben muss.
Paufler sagt aber auch, dass seine Konstruktionen durch Kenntnis der Technik und ihre Nutzanwendung zustande kommen. Als Oberingenieur und Leiter einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist er ausgelastet, bis über beide Ohren. Er hat aber immer noch einige besinnliche Minuten für seine „Geliebte“ frei. Man solle ihm nicht kommen mit „Ich habe keine Zeit“. Als bestes Vorbild gibt er Dr. Teumer an, dessen Werk auch entsprechend gewürdigt wurde. Paufler schreibt, dass ihn mit einigen „Alten“ ein festes Band verbindet und sie sich Mühe geben, der Jugend Freund und Lehrer zu sein.
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