Eckhard Böttcher (28.11. 1942 – 13.04. 2026)

Mit Bedauern habe ich erfahren, dass Eckhard Böttcher nicht mehr unter uns ist.
Er war ein „ganz Großer“ in der Zauberszene. Mit seiner Zauberbutike und seinen ausgefeilten Trickbeschreibungen wurden Tricks zu dem, was sie wurden – Kunststücke.

Es begann mit…

Eckhard Böttcher in jungen Jahren.

Eckhard Böttcher erblickte mitten im 2. Weltkrieg das Licht der Welt. Schon sehr früh kam er durch seinen Vater und zwei Zauberkästen, die man ihm zum 6. Geburtstag geschenkt hatte, mit der Zauberkunst in Berührung. Als zaubernde Vorbilder hat ihn Kalanag und Punx beeindruckt. Mit 14 Jahren hatte Eckhard Böttcher schon eigene Requisiten, vom Vater „geerbt“. Im Alter von 16 Jahren hatte er seinen ersten, öffentlichen Auftritt im Wolferstätter Keller in Vilshofen. Kurz vor seinem 18. Geburtstag machte er ein Praktikum bei der Firma Siemens in München. Dort wurde er dann in den betriebseigenen „Magischen Club“ aufgenommen. Während der Ausbildung in der Firma trat er für 50.00 DM Gage pro Auftritt im Varieté und Nachtlokal „Tabaris“ auf. Zwei, drei Jahre später engagierte ihn eine Künstleragentur und vermittelte ihm Auftritte in Diskotheken in ganz Bayern. Hier konnte er viel über das unterschiedliche Publikum lernen. 1963 wirkte er bei einer Großveranstaltung im großen Theatersaal des Amerikahauses in München mit, wo er auch Regie führte.

Die Firma Siemens und der Zauberring München

Ein Jahr später, 1964, wurde er Vizevorstand vom „Magischen Club Siemens“ und 1973 Ehrenmitglied. 1965 wirkte er als Zauberkünstler in Paul Burghards musikalischer Komödie „Das Feuerwerk“ mit. Im Jahr 1967 wurde er in den „Zauberring München“ aufgenommen. Ab 1969 tourte er einige Jahre mit bekannten Künstlern durch Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. 1972 wurde er zusammen mit dem Ehrenvorsitzenden des Zauberrings München, Walter Heinz, Ehrenmitglied in zwei Prager Zauberclubs. Im gleichen Jahr wurde er als Archivar in den Vorstand des Zauberrings München gewählt. 1973 wurde der Zauberring München in den Magischen Zirkel von Deutschland aufgenommen. 1975 wurde Eckhard Böttcher von Siemens nach Berlin versetzt. 1977 bekam er beim „Magieculum“ in Hamburg den ersten Preis in der Sparte Mikromagie. Im gleichen Jahr erhielt er den „Grand Prix“ beim MRS Kongress in Montreux.

„Magisches Intermezzo“ und die eigene Firma

1979 wurden mit Eckhard Böttcher insgesamt acht Sendungen „Magisches Intermezzo“ des Bayrischen Rundfunks produziert. 1981 erhielt er beim Kongress „München Magisch“ den dritten Preis in der Sparte Erfindungen – für eine neue Chip-Routine. Zurück in München, kündigte er bei der Firma Siemens und wurde Mitarbeiter bei der Zauberzentrale Braunmüller und Puchinger. Etwas später verließ er die Firma und gründete seine eigene Zauberfirma – die Zauber Butike. 1985 wurde er von der Zeitschrift „Hokus Pokus“ auf die Ehrenliste für seine langjährige Mitarbeit gesetzt. 1987 war er 20 Jahre im Vorstand des Zauberrings München tätig. 1988 bekam er vom Magischen Zirkel von Deutschland das „Silberne Abzeichen“ für 15 Jahre Zugehörigkeit im Zirkel, 10 Jahre später folgte dann auch das „Goldene Abzeichen“. 1990 wurde er zum 1.Vorsitzenden des Zauberrings München gewählt. 1992 feierte er 10jähriges Bestehen der Zauber Butike und 1994 erhielt er in Prag die Ehrenmedaille für seine Seminare. 1995 folgte die zweite Verdienstmedaille des MZvD, 1997 wurde er Ehrenmitglied im DAS Steyr. Er erhielt den bis dato erst zwei mal verliehenen „Willi Seidl-Gedächtnispreis“ in Form eines vergoldeten Bechers.

Ehrungen über Ehrungen

Eckhard Böttcher, so wie wir Ihn kennen.

Im Jahr 2000 verlieh ihm der MZvD die „Goldene Ehrennadel mit Brillianten“. Es folgte 2013 das goldene Zirkelabzeichen mit Rubin und 2014 die Auszeichnung „Ehrenmagica“ für sein Lebenswerk. Eckhard Böttcher hat etwa 150 Beiträge in deutschsprachigen Zauberzeitschriften geschrieben, dazu einige Zauberbücher. Nach nun mehr über 30 Jahren gab Eckhard Böttcher seine Zauber Butike in neue Hände. 30 Jahre im Zeichen der Zauberkunst, wahrlich eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Wer hat nicht sehnsüchtig auf den neuen Zauberbrief gewartet und ihn somit zum Sammlerobjekt gemacht. Viele Kunststücke waren toll anzusehen, ausgesprochen funktionell und zumeist wartete man ungeduldig auf den Postboten, wenn wieder mal eine Lieferung ins Haus stand. Denn Hand aufs Herz: Wer hat nicht mindestens eine „Mikromagische Kostbarkeit“ in seinem Zauberschrank stehen?

 

Lieber Eckhard, herzlichen Dank für eine wunderbare „Zauberzeit“!

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