Martinsmagic.com
Mit seinem „History Project“ verfolgt Andy Martin auf seiner Internetseite Martinsmagic.com das Ziel, die Geschichte von Zauberkunststücken, Zauberapparaten, Büchern und Herstellern möglichst umfassend zu dokumentieren und für kommende Generationen zu bewahren. Die von Andy Martin aufgebaute Website bezeichnet sich selbst als eine der größten Online-Sammlungen für seltene, historische und moderne Zauberrequisiten. Seit mehr als zwanzig Jahren wird diese digitale Sammlung kontinuierlich erweitert.
Mehr als nur Fotografien
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Fotografien der einzelnen Apparate. Zu möglichst vielen Kunststücken werden auch Erfinder bzw. Entwickler, Entstehungsjahr, Herkunftsland, Hersteller oder Zauberhändler und historische Quellen ermittelt. Ergänzend können Werbeanzeigen, Katalogabbildungen, Anleitungen, Literaturhinweise und teilweise Videos dokumentiert werden. Dadurch lässt sich bei zahlreichen Apparaten nachvollziehen, wann sie entstanden sind, von wem sie gefertigt oder vertrieben wurden und wie sich verschiedene Ausführungen im Laufe der Zeit entwickelten.
Geschichte des Zaubergerätebaus
Eine besondere Bedeutung besitzt das Projekt für die Geschichte des Zaubergerätebaus und des Zauberhandels. Historische Firmen, Hersteller und Erfinder werden mit ihren Produkten verknüpft. Einträge zu älteren Apparaten enthalten teilweise Originalwerbung oder Angaben aus historischen Katalogen. Auch umfangreiche Buch-und Zeitschriftenbestände werden berücksichtigt. So dokumentiert die Sammlung beispielsweise historische Veröffentlichungen über die berühmten Apparate der Firma Thayer, einschließlich ehemaliger Katalogtexte und Anleitungen.
Bücher und historische Zauberzeitschriften
Auch historische Zauberzeitschriften bilden einen wichtigen Bestandteil des Projektes. Bei digital erfassten Werken werden zum Teil ausführliche Inhaltsverzeichnisse aufgenommen, wodurch sich Personen, Kunststücke, Händler und Entwicklungen innerhalb der Zaubergeschichte recherchieren lassen. Ein Beispiel dafür ist Harry Houdinis „Conjurers’ Monthly Magazine“ aus den Jahren 1906 bis 1908, dessen Inhalte auf der Website detailliert erschlossen werden.
Ein Gemeinschaftsprojekt für Sammler und Historiker
Sein „History Project“ ist als Gemeinschaftsprojekt angelegt. Besucher können fehlende oder falsche Angaben melden und Informationen zu Erfindern, Herstellern, Jahreszahlen und Quellen ergänzen. Die eingereichten Hinweise werden anschließend geprüft, bevor sie in die Datenbank übernommen werden. Auf diese Weise soll das vorhandene Wissen ständig korrigiert und erweitert werden.
Bedeutung für die Zaubergeschichte
Damit ist Martins Magic weit mehr als eine virtuelle Ausstellung schöner Zaubergeräte. Die Sammlung verbindet Objektfotografie, Kataloggeschichte, Literatur, Herstellerinformationen und Provenienzforschung zu einem umfangreichen digitalen Archiv. Gerade für Sammler und Historiker bietet das History Project die Möglichkeit, alte Zauberapparate zu identifizieren, verschiedene Hersteller miteinander zu vergleichen und die Entwicklung einzelner Kunststücke über Jahrzehnte hinweg zu verfolgen. Das langfristige Ziel besteht darin, möglichst viel Wissen über die materielle Geschichte der Zauberkunst zu sammeln und kostenlos zugänglich zu erhalten. Nicht zu vergessen, die vielen Videos auf der Plattform, über die jeder Zauberhistoriker sieht, wie man Kunststücke vorführen kann. Andy Martin betont allerdings, dass sich die meisten Kunststücke nicht in seinem Besitz befinden! Es sind weit über 6000 Einträge. Eine beeindruckende Sammlung.
